Playoffs ohne Mannheim (2005/06)
Nach dem Abschied von Greg Poss und dem damit verbundenen Abgang vieler Spieler, war es mal wieder eine ziemliche Schlammschlacht nach der Saison. Diesmal sollte alles anders werden – mal wieder. Mit Benoît Laporte, der „Rasierklinge“, hatte man einen Coach geholt, der das halbe Augsburger Team mitbrachte. Belächelt von den eigenen und beschimpft von den Augsburger Fans starteten die Augsburg Ice Tigers oder Nürnberg Panther ziemlich ernüchtert in die neue Saison. Trotz Choleriker Labbé im Tor, dem „zweiten Peter Ratchuk“ Michel Periard, einem Jame Pollock der über die DEL wieder in die NHL wollte oder auch den NHL-erfahrenen Rich Brennan und Christian Laflamme, dauerte es nicht lang bis die Fans vollkommen gegen das Team waren. Natürlich alle außer uns. Trotz einiger souveräner Auswärtsniederlagen im Rheinland und dem Kleinkrieg zwischen Fans und Trainer waren wir mehr oder minder frohen Mutes und stellten uns schon mal auf die Abstiegsrunde ein. Während mein Blutspendefreund Benny sich von einer Verletzung zur anderen hangelte, versprach die Rasierklinge seinen Kopf auf dem Tisch in der Stadionkneipe, wenn das Team nicht besser würde. Zum Glück konnte dieses Blutbad verhindert werden, denn unsere sensiblen kleinen Jungs wurden immer besser und besser. Nachdem gegen Anfang der Saison die Arena mal kurzfristig in ein Schwimmbad verwandelt wurde, als ein Eismeister die Hilti auspackte, wurde Mannheim im Nachholspiel geschlagen – welch eine Genugtuung! Und nicht nur das: Auch alle anderen Spiele gegen Mannheim wurden gewonnen, was natürlich noch wichtiger war, nachdem Mr. „ich will mich auf die Nationalmannschaft konzentrieren und steig mal gleich mit ihr ab“ Poss sich dort eingenistet hatte und gleich mal unter der Saison das halbe Team aus Nürnberg weglocken wollte. Glücklicherweise verpasste Mannheim in dieser Saison die Playoffs, was unter den Nürnberg Fans natürlich mit Freude aufgenommen wurde. Schonmal ein Gegner weniger, der uns den Spaß an den Playoffs versauen konnte. Das erledigte unser alter Freund Hansi. Nach dem alljährlichen Charity Dinner, bei dem sich ein paar Spieler etwas dem Alkohol hingaben, sorgte die Presse mit ein paar reißerischen Berichten für Unruhe. Doch wir waren noch optimistisch, denn schließlich hatte der Trainer motiviert bis zum Umfallen, ich verzichtete diesmal auf abergläubische Rituale UND es war kein Kreutzer dabei. Gut, dafür standen wir aber unserem alten Freund Hans Zach gegenüber, der in Köln ziemlich ruhig geworden war. Nachdem ein unfähiger Reporter des Funkhauses die Spieler befragt hatte, was sie denn „in front of the Playoffs“ so täten, war uns allerdings nach kurzer Zeit klar, warum er die räumliche Präposition verwendet hatte… Das musste eine Vorahnung sein, denn es schien wie verhext: Im ersten Spiel schafften es unsere Kleinen 3:0 in Rückstand zu geraten, doch sie bissen zurück und verloren letztendlich knapp mit 4:3. Doch auch in den folgenden Spielen schienen sie gegen eine Wand zu rennen. Trauriger Höhepunkt war das zweite Heimspiel, während dem ich mit Dani in München war, da wir auf das The Darkness Konzert gingen. Während wir bei Schloss Nymphenburg durch ekelhaften Schneematsch stapften, schaute ich immer wieder nervös auf mein Handy, auf dem keine allzu guten Nachrichten standen. Es war der große Auftritt eines gewissen Rick „ich lass mich gern mit lettischen Schuhen bewerfen“ Looker. Anscheinend muss der wieder in schöner Profi-Manier das ganze Publikum gegen sich aufgebracht haben, wovon ich mich im Fernsehbericht am folgenden Tag überzeugen konnte. Jedenfalls ging es in die Verlängerung und als ich dann schließlich – vollkommen nervös – die SMS mit der schlechten Neuigkeit der Niederlage bekam, war ich kurz davor mein Handy direkt in den Fluss zu werfen, den ich grade überquerte… Als Claudi und ich dann schließlich nach Köln fuhren, war das schon mal eine emotionale Quälerei für mich: Im Bus zeigten sie nämlich das Freddie Mercury Tribute Concert… In Köln war es dann leider wieder Business as usual. Niederlage. Kein einziger Sieg. Das war eine Premiere… Immerhin war es diesmal nicht die Schuld des Schiris oder irgendwelche Einzelspieler die uns abschossen – diesmal waren wir einfach nur die schlechtere Mannschaft.